Schifffahrts­markt­bericht Q1/2017

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick: Container-, Bulker-, Tankermarkt

Im Jahr 2016 ist die Weltwirtschaft gemäß Bericht des Internationale Währungsfonds (IWF) um 3,1 % gewachsen. Anfang des Jahres 2016 waren noch 3,4 % prognostiziert. Besonders die Industrieländer konnten mit einem starken zweiten Halbjahr überzeugen, wohingegen es in manchen Schwellen- und Entwicklungsländern zu einem unerwarteten Abkühlen der Wirtschaft kam.

Die positiven Wachstumserwartungen der Weltkonjunktur, die der IWF im Oktober 2016 veröffentlich hat, wurden im Januar 2017 zwar in Nuancen angepasst, jedoch in der Gesamtaussage nicht verändert. Für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 prognostiziert der IWF eine Wachstumsrate von 3,4 % und für das Jahr 2018 von 3,6 %. Gegenüber dem Ausblick aus Oktober 2016 wurden für das Jahr 2017 die Erwartungen an die Industrieländer angehoben (+0,1 %) und die der Schwellen- und Entwicklungsländer gesenkt (-0,1 %). Besonders das besser als erwartete zweite Halbjahr 2016 war Grund für eine Anpassung bei folgenden Industrieländern: Deutschland (+0,1 % auf 1,5 %), Japan (+0,2 % auf 0,8 %), Spanien (+0,1 % auf 2,3 %) und Großbritannien (+0,4 % auf 1,5 %). Außerdem wurde die Erwartung an die USA um 0,1 % auf 2,3 % angehoben, hauptsächlich aufgrund von erwarteten positiven Veränderungen durch die neue Regierung der USA. Insgesamt sind die Erwartungen an die neue Regierung hoch. Durch Infrastrukturprojekte und Steuersenkungen werden Anreize für Unternehmen geschaffen und somit allgemein eine Erhöhung des Wirtschaftswachstums erwartet. Ob die neue Regierung diese Erwartungen erfüllen kann, ist jedoch auch mit einigen Risiken behaftet. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird ein Wirtschaftswachstum von 4,5 % in 2017 erwartet. Hierbei wurde besonders die Prognose für China um 0,3 % angehoben gegenüber den Oktoberwerten. Dies kann mit den weiteren Stimulierungsmaßnahmen der Regierung für die Wirtschaft, mit der Ausweitung der Kreditvergabe aber auch mit dem Festhalten an Budgetzwängen in öffentlichen Unternehmen, um Fehlallokationen zu verhindern, begründet werden. In weiteren Schwellen- und Entwicklungsländern entwickelte sich das zweite Halbjahr 2016 jedoch schwächer als erwartet, so dass die Wachstumszahlen entsprechend nach unten korrigiert wurden. So wurden Anpassungen bei Indien (-0,4 % auf 7,2 %), Mexiko (-0,6 % auf 1,7 %), Brasilien (-0,3 % auf 0,2 %) oder Saudi Arabien (-1,6 % auf 0,4 %) vorgenommen. Weitere Gründe für die Anpassungen waren sowohl ein Rückgang im Tourismussektor als auch Kürzungen in der Ölproduktion.

Insgesamt kann anhand des angenommenen globalen Wirtschaftswachstums von 3,4 % eine positive Grundstimmung festgehalten werden. Die ersten Monate des Jahres 2017 stimmen bisher optimistisch. Dies kann auch an verschiedenen Einkaufsmanagerindizes (wirtschaftlicher Frühindikator) ausgemacht werden, die die Stimmung der Einkäufer in Unternehmen widerspiegeln. Betrachtet man hierbei Deutschland (58,3; 71-Monatshoch), Italien (55,7; 72-Monatshoch) oder Spanien (53,9; 5-Monatstief), liegen die Indizes alle über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Für die USA liegt der ISM-Einkaufsmanagerindex bei 57,2 Punkten. Für den Euroraum stellt sich der Index aktuell auf 56,2 Punkte ein und markiert damit das stärkste Niveau seit 71 Monaten.

Containermarkt

Die Angebotsseite

Das Flottenwachstum

Per Ende März 2017 besteht die Containerschiffsflotte aus 5.099 Schiffen bzw. rund 20,2 Mio. TEU. Im Orderbuch stehen zum Ende März 2017 389 Einheiten bzw. 3,08 Mio. TEU Gesamtkapazität. Dies entspricht rund 15,2 % der bestehenden Flotte. Für 2017 werden Ablieferungen von rund 1,33 Mio. TEU bzw. 195 Schiffen erwartet, wobei in diesen Werten bereits die Verschiebung von Ablieferungen in Folgejahre berücksichtigt ist (voraussichtlich 23 Schiffe bzw. 160.000 TEU). Zudem werden voraussichtlich rund 750.000 TEU durch Verschrottung den Markt in 2017 verlassen, so dass insgesamt, unter Berücksichtigung der Verschrottungen, ein Wachstum von 2,9 % (bzw. 593.000 TEU) in 2017 erwartet wird.

Die Nachfrageseite

Der Containerumschlag

Für 2017 wird ein Containerumschlagswachstum von rund 4,0 % (+ 7,2 Mio. TEU) erwartet, der gesamte Containerumschlag beläuft sich auf rund 187,9 Mio. TEU. Somit erreicht das Wachstum des Containerumschlags, nach zwei schwachen Jahren, wieder deutlich höhere Wachstumswerte. Das größte Wachstum wird weiterhin im asiatischen Binnenhandel mit 6,1 % über das gesamten Jahr 2017 erwartet, gefolgt vom Ost-West-Handel außerhalb der Haupthandelsstrecken mit einem Wachstum von 4,7 %. Beide Routen zusammen sollen rund 42,5 % des gesamten Umschlags in 2017 ausmachen. Der ISL-Containerumschlags-Index ist im Februar um 0,5 Punkte auf 124,5 Punkte (Jahr 2010=100 Punkte) angestiegen. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies einem Anstieg von 5,8 %; eine ähnliche Wachstumsrate konnte zuletzt 2012 beobachtet werden.

Auflieger und Verschrottung

Zum Jahreswechsel waren rd. 6,9 % bzw. 1,41 Mio. TEU der Gesamtflotte unbeschäftigt. Bis zum 20. März 2017 verringerte sich die Aufliegerquote auf rund 5,6 % bzw. 1,12 Mio. TEU. Absolut gesehen sank die Zahl von aufliegenden Schiffen von 351 am Jahresanfang auf 279 am 20. März 2017. Einige von diesen aufliegenden Schiffen stehen dem Markt jedoch nicht kurzfristig zur Verfügung, da z. B. kalt aufliegende Schiffe eine Reaktivierungszeit benötigen, um wieder einsatzfähig zu sein. Im Bereich der 1.000 - 7499 TEU-Schiffe verringerte sich die Anzahl der unbeschäftigten Schiffe bemerkenswert, und auch in den größeren Schiffsklassen sank die Aufliegerquote. Für 2017 wird mit einer höheren Verschrottung gerechnet als im Vorjahr (gemessen in TEU). Die bisher in 2017 verschrotteten Schiffe hatten ein Durchschnittsalter von rund 19 Jahren. Aufgrund der hohen Eisenerz- und Stahlpreise ist mit steigenden Schrottpreisen zu rechnen, vor allem vor dem Hintergrund der rückläufigen Verschrottungen.

Zeitcharterraten

In der zweiten Märzhälfte sind die Charterraten für fast alle Größenklassen sprungartig angestiegen. Der Contex ist von Dezember bis März von 295 auf 368 Punkte angestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 24,7 %. Im Januar und Februar lagen die Charterraten noch unter den Vorjahreswerten. Als Beispiel hierfür kann das ehemals besonders angeschlagene Segment der Panamax-Schiffe herangezogen werden. Lagen die Charterraten für 4.000 TEU-Schiffe im Februar 2016 noch bei 5.950 USD/Tag, so konnten im Februar 2017 Raten von 4.350 USD/Tag erzielt werden. Ende März konnten Charterverträge für Panamax-Schiffen von 10.000 USD/Tag für 5 Monate abgeschlossen werden. Somit verdienen Panamax-Schiffe wieder mehr als vergleichbare kleinere Schiffe. Ein ähnlicher Anstieg der Charterraten zwischen Ende Februar und Ende März 2017 war in allen Größenklassen über 1.700 TEU zu verzeichnen. Ein Beispiel für den Anstieg der durchschnittlichen Charterraten in anderen Größenklassen ist der Abschluss eines geschirrlosen 2.800 TEU-Schiffes, das eine Charterverlängerung zu 8.750 USD/Tag für eine Zwei- bis Vier-Monats-Charter erzielen konnte. In den Größenklassen unter 1.700 TEU ergab sich lediglich ein leichter Anstieg der Charterraten für 1.100 TEU-Schiffe von 6.100 USD/Tag im Januar auf 6.400 USD/Tag per Ende März. Der nur langsam anziehende Markt bei den 1.000-1.200 TEU- und unter 800 TEU-Schiffen könnte auf einen weiterhin bestehenden Überhang von freien Schiffen zurückgeführt werden. 

Ausblick 

Durch die hohe Verschrottungsaktivität im Jahr 2016 und in den ersten Monaten des Jahres 2017 kam es zu Bewegung im Containermarkt. Der Chartermarkt hat im März für fast alle Schiffsgrößen erheblich angezogen und es wird von einem weiteren Erstarken der Raten ausgegangen. Im gleichen Zug kann von einem wiederbelebten An- und Verkaufsmarkt die Rede sein. Schiffe werden nicht mehr nur zum Schrottpreis verkauft, sondern aufgrund der verbesserten Einnahmen der Schiffe zu herkömmlichen Preisen. Verkaufspreise waren im März rund 20 - 30 % höher als erwartet, zudem steigen die Preise weiterhin schnell an. Zusammenfassend kann davon ausgegangen werden, dass der momentane Marktanstieg im An- und Verkaufsmarkt und im Chartermarkt einem tatsächlichen nachhaltigen Wachstum der Nachfrage nach Containerschiffen entspringt. Jedoch sind noch nicht alle Zweifel ausgeräumt, ob der Anstieg des Marktes nicht doch einem exogenen Schock zugrunde liegt aufgrund der Verringerung der Anzahl der großen Allianzen im Containermarkt (von vier auf drei).

Bulkermarkt

Die Angebotsseite

2017 verkleinert sich das Orderbuch der Massengutfrachter weiter, von 840 bestellten Schiffen im Januar 2017 auf 806 Schiffe im Februar 2017. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Orderbuch erheblich reduziert; im Februar 2016 lag das Orderbuch bei 1.391 Schiffen. Dies entspricht einem Elf-Jahres-Tief des Orderbuchs. Die Tonnage der in den ersten zwei Monaten des Jahres 2017 abgelieferten Schiffe entspricht einem Zuwachs an fahrender Flotte von rund 138 Schiffen. Dem gegenüber steht eine Verschrottung von 30 Schiffen bis Anfang März, dies entspricht einer Gesamtkapazität von rund 3 Mio. dwt. Bis Anfang März wurden nur fünf Handymax-Bulker neu bestellt und keine Schiffe anderer Größenklassen. Das per Anfang März 2017 bestehende Orderbuch bildet rund 7 % im Verhältnis zur Gesamtflotte (nach Kapazität) ab. Insgesamt gab es im März 2017 10.980 Massengutfrachter mit einer gesamt Frachtkapazität von 802,51 Mio. dwt. 

Die Nachfrageseite

Wie bereits im Vorjahr, wird auch im Berichtsjahr von hohen Eisenimporten von China ausgegangen. Mit einem prognostizierten Wachstum von 7 % stellt sich China abermals an die Spitze des Eisenimportwachstums. Einer der Gründe für das weitere Wachstum der Eisenimporte scheint die Verfügbarkeit von Eisenerz aus den Minen in Brasilien und Australien zu sein. Es wird davon ausgegangen, dass Eisenerz aus diesen Minen Teile der Eigenproduktion in China ersetzen. Insgesamt wird von einer steigenden Eisenerznachfrage in 2017 von rund 5 % auf 1,488 Mrd. Tonnen ausgegangen. Im Bereich des Kohlehandels liegt die Wachstumsprognose 2017 bei 15 Mio. Tonnen (rund +1 %) Steigerung. Dies würde einem weltweiten Kohleimport von 1.150 Mio. Tonnen (251 Mio. Tonnen Kokskohle (+6 Mio. Tonnen) und 899 Mio. Tonnen Kraftwerkskohle (+9 Mio. Tonnen) entsprechen. Auch im Kohlesektor geht man davon aus, dass hauptsächlich China zum Anstieg der Kohleimporte beitragen wird, obwohl bei weiteren aufstrebenden Ländern in Asien (z. B. Vietnam (32 %) und die Philippinen (13 %)) wesentlich mehr Kohleimporte erwartet werden. Der Getreidehandel ist 2015/2016 um 7 % gestiegen. Für 2016/2017 wird ein Rückgang um rund 1 % (-3 Mio. Tonnen) erwartet. Begründet ist dies im Wesentlichen durch den starken Rückgang der EU- und Asien-Exporte von Weizen, denen nur ein Anstieg in Südamerika entgegensteht.

Zeitcharterraten

Der Baltic Dry Index ist im März um herausragende 467 Punkte auf 1.338 Punkte gestiegen, dies entspricht einem Anstieg um 53,6 % im Vergleich zum Vormonat. In allen Größenklassen hat es einen erheblichen Anstieg der Charterraten gegenüber dem Vormonats- und dem Vorjahreswert gegeben. Ende März haben Capesize-Bulker durchschnittlich rund 19.593 USD/Tag verdient, dies entspricht einem Anstieg um rund 160,5 % gegenüber dem Vormonatswert. Auch die meisten anderen Größensegmente zeigten positive Veränderungen: Panamax-Bulker verdienten rund 10.487 USD/Tag (+29,2 %), Supramax-Bulker rund 9.342 USD/Tag (+6,2 %) und Handysize-Bulker rund 7.849 USD/Tag (+19,2 %). Besonders die in den ersten Monaten weiterhin starke Nachfrage nach Eisen und Kohle durch China stimmt positiv. Durch das niedrige Flottenwachstum und die stark steigende Nachfrage nach Schüttgütern zieht der Markt derzeit deutlich an.

Ausblick

Zusammenfassend kann über den Massengutmarkt gesagt werden, dass der Markt sich momentan deutlich im Aufwind befindet. Auch das prognostizierte Flottenwachstum von nur rund 2 % im Jahr 2017 bedeutet, dass die Flotte so langsam wachsen würde wie seit 1999 nicht mehr. Die Aussichten für 2017 sind nach Meinung von vielen Experten weiterhin positiv. Diese sehen gute Konditionen bis mindestens April/Mai, da eine weitere Nachfrage nach Laderaum für Getreide aus Südamerika herrscht, sowie ein stetiger Kohleverkehr in Südostasien stattfindet.

Tankermarkt

Die Angebotsseite

Anfang März 2017 besteht die Flotte der Tanker > 10.000 dwt aus insgesamt 6.438 Schiffen bzw. rund 563,5 Mio. dwt. Die Flotte setzt sich zusammen aus 1.965 Rohöltankern (375 Mio. dwt), 2.872 Produktentankern (154 Mio. dwt), 1.587 Chemikalientankern (34,2 Mio. dwt) sowie 14 spezialisierten Tankschiffen (0,4 Mio. dwt). Das Orderbuch der Flotte der Tanker > 10.000 dwt umfasst derzeit 688 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von rund 70 Mio. dwt, von denen 258 Rohöltanker (49 Mio. dwt), 253 Produktentanker (16 Mio. dwt) sowie 177 Chemikalientanker (4,5 Mio. dwt) sind. Die Ablieferung der Schiffe verteilt sich voraussichtlich auf 374 Einheiten im Jahr 2017, 233 im Jahr 2018 und 81 für das Jahr 2019. Im Jahr 2017 wurden bisher zwei Rohöltanker (0,5 Mio. dwt) und zwei Produktentanker (0,1 Mio. dwt) verschrottet. Auf der anderen Seite wurden in diesem Zeitraum insgesamt 29 Rohöltanker mit einer Gesamtkapazität von 6,6 Mio. dwt und 28 Produktentanker mit einer Kapazität von 1,9 Mio. dwt abgeliefert. Insgesamt ergibt sich dadurch ein Flottenwachstum im ersten Quartal 2017 im Bereich der Rohöltanker von 13 % und im Bereich der Produktentanker von 9 %. Im Jahresvergleich ergibt sich hieraus ein Wachstum der gesamten Flotte der Tanker > 10.000 dwt von absolut 4,9 % bzw. 6,4 % bezogen auf dwt.

Die Nachfrageseite

Für 2017 wird eine nahezu gleichbleibende Nachfrage nach Rohöl erwartet, dies rührt auf der einen Seite von den steigenden Importen Chinas (um 8 % auf rund 7,6 Mio. Barrel/Tag) und Indiens (um 5 % auf rund 4,6 Mio. Barrel/Tag) und auf der anderen Seite von sinkenden Importen der USA (um 10 % auf rund 4,2 Mio. Barrel/Tag) sowie Europas (um 3 % auf 9,2 Mio. Barrel/Tag). Für den Export von Rohöl wird für das Jahr 2017 angenommen, dass sich der Export aus Afrika erholt hat und im Jahr 2017 wieder mit 5 % steigen wird. Besonders in Liberia sind die Annahmen jedoch mit großen Risiken behaftet. Die „Libyan National Army“ hat kurzfristig die Kontrolle über die zwei wichtigsten Häfen verloren. Zudem ist die momentane Produktion mit 0,1 Mio. Barrel/Tag zu gering, um einen Export von 0,5 Mio. Barrel/Tag zu erreichen. Im November 2016 wurde von der OPEC und einigen weiteren Ölförderländern eine Fördermengenkürzung beschlossenen. Auch Russland hat sich dieser Kürzung angeschlossen. Zusätzlich sieht sich Russland jedoch mit einem sehr kalten Winter in Sibirien konfrontiert, was eine Reduzierung der Produktion nach sich ziehen könnte. All dies führt zu einer Verknappung des Ölangebotes. In den USA steigen die Ölförderstellen wieder deutlich an, so dass die Produktion von Öl in den USA sowie die Lagerbestände steigen werden.

Zeitcharterraten

Auch Anfang des Jahres 2017 verschlechtern sich die durchschnittlichen Ein-Jahres-Charterabschlüsse der Tankschiffe. Von Anfang 2017 bis einschließlich Februar 2017 verdienten Produktentanker der Klasse LR 1 durchschnittlich 12.688 USD/Tag, wohingegen sie im Gesamtjahresdurchschnitt 2016 rund 18.116 USD/Tag verdienten (- 30 %). Die gleiche Entwicklung zeigt sich auch bei den Schiffen der Klasse MR (-26 %) und 37.000 dwt (-18 %). Noch höhere Rückgänge der Zeitcharterraten waren bzw. sind bei den Rohöltankern zu verzeichnen. VLCC-Tanker haben 2016 im Durchschnitt 36.585 USD/Tag verdient. Im März 2017 erzielt diese Größenklasse durchschnittlich rund 5.741 USD/Tag und somit rund 86 % unter den Vorjahrswerten. Suezmax-Tanker erzielen in 2017 voraussichtlich im Durchschnitt rund 22 % geringere Einnahmen als im Vorjahr, Aframax-Tanker rund 20 % weniger. In dieser Entwicklung spiegelt sich die hohe Neubauablieferung in 2016 und Anfang 2017 bei geringer Verschrottung wider. Der Höhepunkt der Chartern im Jahre 2015 scheint sich immer weiter zu entfernen.

Ausblick

Auch Anfang des Jahres 2017 sind die erzielbaren Charterraten in dem Tankersegment weiter gesunken. Dies wird sich aufgrund der steigenden Neubauablieferungen voraussichtlich auch im weiteren Jahresverlauf fortsetzen. Das Angebot an Tankern übersteigt die Nachfrage. Für 2017 wird mit einer um 0,8 % wachsenden Nachfrage nach Öltankern und einer um 1,9 % wachsenden Nachfrage nach Produktentankern gerechnet, während das Wachstum der Tankerflotte rund 4,9 % betragen soll, so dass die Zeitcharterraten voraussichtlich weiter fallen werden. Hinzu kommt die von den OPEC-Staaten und weiteren Nationen vereinbarte Reduzierung der Ölfördermenge sowie die Ausweitung der Erdölproduktion in Länder, die früher klassischerweise Öl importiert haben.

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