Hohes Potenzial für LNG als Treibstoff

Laut einer gemeinsamen Studie* von Shell, dem Deutschen Zentrum für Luft­ und Raumfahrt (DLR) und der TU Harburg (TUHH) hat LNG (Liquefied Natural Gas - verflüssigtes Erdgas) ein hohes Potenzial, bei Schiffen den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Unter der Annahme, dass es bis 2040 weltweit 6.000 vor allem große LNG-Schiffe gibt, könnten sich in diesem Zeitraum die Treibhausgas-Emissionen alleine in der Schifffahrt um 132 Millionen Tonnen reduzieren.

„Wir sehen in der Seeschifffahrt für LNG großes Potenzial. Dies gilt im Besonderen für Containerschiffe, die aufgrund ihres hohen Leistungsbedarfs vergleichsweise hohe Kraftstoffverbräuche haben. Passagierschiffen kommt eine Pionierfunktion zu. Wenn LNG Schweröl ersetzt, bieten sich hohe Emissionsvorteile“, sagt Shell-Chefvolkswirt Dr. Jörg Adolf.

Während heute der LNG-Anteil rund 8 % bis 9 % des konsumierten Erdgases beträgt, werden es dann rund 14 % sein. Schiffe tragen zu einem wesentlichen Teil zur Emission verkehrsbedingter Luftschadstoffe bei. Zudem verursacht der internationale Seeverkehr rund 3 % des weltweiten Kohlendioxidausstoßes. LNG ist derzeit die einzige ernsthaft diskutierte und marktreife Alternative zu ölbasierten Schiffskraftstoffen. Entsprechend geht die Studie davon aus, dass der Bestand an LNG-Seeschiffen bis 2040 deutlich rascher als der Gesamtbestand wachsen wird.

Hohes Potenzial für LNG als Treibstoff
Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass der globale Erdgashandel bis 2040 um rund zwei Drittel wächst und über 80 % dieses Zuwachses durch LNG abgedeckt werden.

Verglichen mit z.B. Diesel verursacht LNG bis zu 25 % weniger CO2, 90 % weniger Stickoxid und kaum noch Schwefel und Feinstaub. LNG nimmt nach der Verflüssigung bei minus 162° Celsius nur noch den 600. Teil seines Gasvolumens ein. Es lässt sich in Tanks lagern und direkt als Treibstoff verwenden.

In den letzten knapp 20 Jahren hat sich die Zahl der Flüssigerdgas importierenden Länder vervierfacht. Die größten Importländer sind dabei Japan, China und Südkorea. Doch auch in Europa wächst das Interesse an verflüssigtem Erdgas. In Deutschland konkurrieren derzeit mit Wilhelmshaven, Stade und Brunsbüttel mehrere Nordseehäfen darum, zukünftig Standort eines LNG-Importterminals werden zu können.

„Für die Einführung und Nutzung von emissionsarmem LNG bedarf es einer technologieoffenen Förderung erneuerbarer Energieressourcen. Ferner muss der Ausbau der Infrastruktur gefördert werden. Um Anwender von der LNG-Technologie zu überzeugen, werden verlässliche wirtschaftliche Nutzervorteile benötigt; diese können durch regulatorische oder fiskalische Instrumente geschaffen werden“, appelliert Dr. Adolf an die Politik.

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