Deutscher Schiffbau auf Wachstumskurs

Der Schiffbau in Deutschland erholt sich von den Folgen der Finanzkrise. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden 1.400 neue Stellen geschaffen. Auch die Lage der deutschen Werften bessert sich.

Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Schiffbau ist zuletzt um 7,3 % auf rund 17.000 gestiegen. Das ist der beste Wert seit 2009, nachdem infolge der Finanzkrise zahlreiche Werftarbeiter entlassen wurden. Besonders groß war der Zuwachs im Passagierschiffbau. Allein in diesem Bereich wurden in den vergangenen zwölf Monaten knapp 1.400 neue Stellen geschaffen. 95 % der Neueinstellungen sind unbefristet. (Bundesdurchschnitt: 59 %). Im vergangenen Jahr wurden zudem 100 % der Auszubildenden übernommen. Die Zahlen stammen aus einer Umfrage der IG Metall Küste unter 39 Werftbetrieben, die den zivilen sowie den Marine-Schiffbau umfasst.

Gute Zahlen finden sich auch in den Auftragsbüchern der deutschen Werften. Thyssen-Krupp Marine Systems ist für die nächsten 80 Monate ausgelastet, MV-Werften für die kommenden 38 Monate, die Meyer Werft für die kommenden 62 Monate, German Naval Yards für 51 Monate. Zum Vergleich: Die südkoreanischen Werften, denen es derzeit besonders schlecht geht, haben im Schnitt Arbeit für 20 Monate in den Büchern.

Insgesamt standen zum Ende des ersten Halbjahres 2018 55 Schiffe mit einem Gesamtvolumen von 19,5 Mrd. EUR in den Auftragsbüchern. Die Aufträge umfassen Kreuzfahrschiffe, Fähren und Megayachten sowie Arbeits-, Behörden und Forschungsschiffe. Hinzu kommen Umbauten und Nachrüstungen, z.B. für Abgasreinigungs- und  Ballastwasser­behandlungssysteme, die durch neue Umweltauflagen in der Schifffahrt vorgegeben sind. So hat die International Maritime Organization (IMO) neue Schadstoff-Auflagen erlassen, die ab 2020 in Kraft treten.

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